Mit unserem heutigen Interviewpartner verbinden mich mehrere digitale Projekte, die zum Ziel haben, die Kommunikation zwischen Menschen und damit ihr Zusammenleben besser zu machen. Hier berichtet er von seinen Gedanken zum Thema Digitalisierung:

Bitte stelle Dich kurz vor (Name, Ort, Website/Blog, wichtigste drei Social-Media-Profile)

Mein Name ist Raul Krauthausen, ich wohne in Berlin und blogge unregelmäßig unter www.raul.de über Projekte und zu den Themen Behinderungen, behindert sein/behindert werden, Inklusion und Barrierefreiheit.

Meine wichtigsten Social-Media-Kanäle sind:

Was motiviert Dich dazu, an der Interviewreihe teilzunehmen?

Ich lese gerne im Internet die Beiträge von Annette und als sie mich fragte, ob ich Lust hätte hier mitzumachen, sagte ich sofort zu. Es dauerte dann doch seine Zeit, weil ich gerade extrem viel um die Ohren hatte.

Wie digital ist Dein Leben derzeit und wie hat es sich dahin entwickelt?

Das ist eine gute Frage. Digital ist es eigentlich schon sehr lange. Ich liebte schon als kleines Kind Technik. Ich liebte mein Racing Cockpit und mein erstes Telespiel. Später dann kam der erste GameBoy und irgendwann dann mein erster PC. Es war ein 286er! Außerdem ist mein elektrischer Rollstuhl irgendwie auch digital 😉 Den habe ich, seit ich zwölf bin.

Was findest Du besonders interessant und spannend an der Digitalisierung?

Ich bin beeindruckt in was für einer Geschwindigkeit große Desktop-PCs inzwischen in unsere Hosentaschen passen. Wie radikal die Menschen sich beginnen zu vernetzen und Ideen über den Globus auszutauschen. Informationen sind innerhalb kürzester Zeit um die Erde gereist.

Was findest Du bedenklich am Umgang mit der Digitalisierung?

Wie jede Technologie hat natürlich auch die Digitalisierung ihre Schattenseiten. Wir beginnen das Internet als etwas Selbstverständliches zu sehen. So wie Strom. Oder noch krasser, wie Sauerstoff. Wir setzen voraus, dass unsere Kommunikationspartner innerhalb von Minuten antworten. Wir starren fast nur noch auf Bildschirme, auch wenn wir mit unseren Liebsten in einem Raum sind und uns eigentlich mit ihnen beschäftigen sollten.

Was glaubst Du, wie sich die Digitalisierung weiter entwickeln wird?

Das Ganze wird sich beschleunigen. Noch weiter. Das Internet wird sich in unseren Alltag einnisten, wie die Elektrizität. Nicht mehr Smartphones oder Laptops werden für uns die Schnittstellen zum Internet sein, sondern auch der Herd, der Kühlschrank, die Haustürklingel. Wir werden alles mit allem irgendwie verbinden können. Und doch müssen wir als Menschheit lernen, souverän damit umzugehen. Die Dinge auch mal auszuschalten. Und weiterhin mit der Hand Nachrichten an Freunde schreiben können.

Können diejenigen mit dem Thema Digitalisierung versöhnt werden, die sich von ihr bedroht fühlen?

Ja. Ich denke das braucht seine Zeit. Wir sollten zuhören und die dahinter liegenden Ängste der Skeptiker ernst nehmen. Oft ist es z.B. die Angst, den Anschluss an eine sich immer schneller bewegende Welt zu verlieren. Auch wir werden damit eines Tages zu kämpfen haben. Oder wissen wir noch warum Snapchat so geil ist? Wie Quantencomputer funktionieren? Und was es eigentlich mit Nanotechnologie auf sich hat?

Wie kann man die Menschen dazu bringen, sich mit dem Thema Digitalisierung aktiv auseinander zu setzen?

Als ich vor ein paar Jahren in Japan war, fiel mir auf, dass auch 90jährige mit den neuesten Smartphones und Gadgets virtuos in der U-Bahn hantierten. Das hat mir gezeigt, dass es nicht immer die Geräte sind, die das Problem sind. Es ist eine Haltung dem Neuen gegenüber. Verteufelt man es oder bleibt man neugierig?

Gibt es noch etwas, das Du schon immer zum Thema Digitalisierung sagen wolltest?

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, was da auf uns zu kommt.

Vielen Dank fürs Mitmachen, lieber Raul! 🙂

Foto © Christian Mayer / bwhw 2014

 

Wer bei unserleben.digital mitmachen möchte, indem er/sie per Gastartikel oder Fragebogen darüber schreibt, wie die Digitalisierung sein/ihr Leben verbessert, findet alle nötigen Infos dazu unter http://www.unserleben.digital/mitmachen.

Alle bereits erschienenen Interviews können nachgelesen werden unter
http://www.unserleben.digital/thema/interviews.


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