Unser Leben.digital

Blog von Thomas F. Reis und Annette Schwindt

Leben.digital

Das Web sind die Menschen, die einfach da sind #webseidank

Kristine Honig mit Notebook auf dem Schoß

(GASTBEITRAG von Kristine Honig)

Vielen Dank, liebe Annette, zum einen für das Initiieren der Blogparade #webseidank, zum anderen für die Möglichkeit eines Gastbeitrages hier. Auf meinem eigenen Blog geht es um Social Media im Tourismus – da passt euer Blogparadenthema nicht so richtig dazu. Dennoch möchte ich natürlich auch etwas hierzu sagen, wenn ich schon als Inspiration genannt werde 😉

In den letzten Jahren und besonders in den letzten Monaten habe ich persönlich sehr viel Gutes über das Web erfahren.

Mein langjähriger Freundeskreis besteht schwerpunktmäßig aus reinen Offlinern, die meist weder in irgendeinem sozialen Netzwerk präsent sind, noch WhatsApp haben. Die Kommunikation konzentriert sich dort auf persönliche Treffen (nicht immer so einfach und damit eher selten) oder Telefonanrufe (die dann auch gerne mal zwei oder mehr Stunden dauern können, aber auch nicht unbedingt wöchent- oder monatlich stattfinden).

In den letzten Jahren hat sich mein Freundeskreis sehr stark mit „Onlinern“ erweitert. Und diese spielen auch tatsächlich eine immer größere Rolle. „Onliner“ steht hier in Anführungszeichen, denn die meisten von diesen kenne ich auch persönlich, jedoch läuft der Großteil der Kommunikation über digitale Kanäle.

Und Kommunikation ist bereits ein wichtiges Stichwort. Wenn es mir besonders gut geht, ich einen Moment mit jemandem teilen möchte – rufe ich dann einen der Offliner an? Nein. Ich schicke eine WhatsApp-Nachricht durch die Gegend, eventuell direkt mit einem Foto oder auch schon mal einer Audioaufnahme. Gleiches gilt, wenn es mir besonders schlecht geht. Klar ist telefonieren dann ebenso eine Option. Aber nachts halb 1? Auch dann schicke ich lieber eine WhatsApp in die Nacht – und bekomme die folgenden anderthalb Stunden genau über diesen Kanal die gewünschte Unterstützung. Manchmal möchte ich auch gar nicht groß stundenlang telefonieren oder kommunizieren. Manchmal reicht es einfach schon zu wissen, dass jemand anders im entsprechenden Moment da ist, mich (wenn auch nur virtuell) drückt und umarmt, einfach weil ich das gerade brauche.

Klar, so etwas mache ich nicht mit jedem Online-Kontakt. Auch da gibt es – ähnlich wie bei den Offlinern auch – Abstufungen von sehr eng bis hin zu eher lockeren Bekanntschaften. Und doch ist über eine solche Online-Kommunikation tatsächlich eine sehr enge Freundschaft entstanden – ein Fakt, den meine Offline-Freunde nicht wirklich nachvollziehen können. Aber ja, man kann über kurze Nachrichten und sogar über Emojis einen tiefen Kontakt zu einem anderen Menschen aufbauen. Weil: Letztlich geht es um die Kommunikation mit der Person. Und die kann mit einem Online-affinen Menschen sehr viel regelmäßiger stattfinden, als mit einem rein über Telefon erreichbaren. Dabei entsteht für mich gerade aus dem sehr spontanen Austausch von Gedanken, direkt aus dem Moment heraus, eine tiefe Verbundenheit. Der andere ist sozusagen immer mit dabei – bzw. ich selbst bin quasi ebenso immer mit dabei. Im Handy, in der Hosentasche.

Über das Web habe ich in den letzten Jahren sehr viele tolle Leute kennengelernt. Ohne den Social Media Chat Bonn gäbe es den größten Teil meiner Freunde in Bonn nicht (#winkewinke, liebe Annette, liebe Michèle, lieber Joas). Und ja, der Social Media Chat ist ein persönliches Treffen. Aber die Leute da sind alle web-affin, haben Interesse an diesem Thema. Ohne dieses Interesse hätte es den Social Media Chat Bonn nie gegeben.

Ohne das Web hätte ich die Kollegen von Tourismuszukunft nicht kennengelernt (#winkewinke ihr neun). Ein super Team, das mir gezeigt hat, wie wichtig es gerade im Beruflichen ist, die richtigen Leute um einen herum zu haben. Und dabei geht es nicht um Aufträge oder Umsatz. Es geht um Inspiration, Austausch, Unterstützung und vor allem jede Menge Spaß.

Ohne das Web würde ich nicht auf BarCamps gehen und die dortigen Leute nicht kennenlernen. Ich liebe es, am Ende eines BarCamp-Tages die leuchtenden Augen gerade der BarCamp-Neulinge zu sehen. Und ich weiß, dass auch ich jedes BarCamp mit einem Grinsen im Gesicht verlasse.

Stopp mal, es geht doch hier um „Web sei Dank“. Warum schreibe ich dann von so vielen Offline-Treffen? Stimmt, der Social Media Chat Bonn, Tourismuszukunft sowie BarCamps finden (auch) offline statt. Aber die Leute dahinter sind jeweils „Onliner“. Und ich habe für mich gemerkt, dass gerade die über Online entstandenen Kontakte mich inspirieren, mich unterstützen, aber mich auch fordern, mich nach vorne treiben. Es gibt bei diesen Leuten so viel Energie, Optimismus und Enthusiasmus. Und gleichzeitig so viel Empathie. Einfach großartig!

Kurz: Das Web bietet mir die Basis, neue Menschen kennenzulernen, gerne auch bei persönlichen Treffen. Außerdem bietet das Web mir die Möglichkeit, mit Leuten in Kontakt zu bleiben – und das auf eine sehr persönliche – man könnte auch sagen intime – Art und Weise.

Foto © Greg Snell


Wir freuen uns, wenn Ihr unsere Beiträge weitersagt:

  1. HalloDa

    Mache zwar nicht bei der Blogparade mit, aber es ist trotzdem interessant als „stille Zuschauer“ an dieser Aktion teilzunehmen…

    In diesem Sinne viel Spaß
    und ein schönes Wochenende

  2. Liebe Alexandra,
    danke dir für deinen Kommentar! Für mich stellte sich dieses Zitat tatsächlich als Resümee deiner Session dar. Ich hatte diese so verstanden, dass gerade das WIE der Kommunikation im Web ein Problem darstellt (durch die Verkürzung, die Nutzung von Emojis etc.) und hierdurch die Kommunikation problematisch wird. Und aus diesem Grund dann die Kommunikation besser im Offline-Persönlichen stattfinden sollte.
    Ich stimme dir definitiv zu, dass Kommunikation immer mit den Leuten dahinter zu tun hat (und ja, die Kommentare in manchen Foren/auf manchen Facebook-Seiten lassen auch mich öfter an der Menschheit zweifeln). Meine Reaktion auf die Session und auch dieser Beitrag hier ist allerdings meine ganz persönliche Erfahrung, unabhängig davon, was generell im Web passiert und ohne eine Unternehmenskomponente. Da sich bei mir in den letzten Monaten/Wochen einiges im Privaten getan hat, wo genau die Empathie und das Vertrauen von den „Onlinern“ so wichtig war, saß ich bei dem obergenannten Satz dann da und dachte nur „Und was mache ich mit denen, die ich tatsächlich nur im Smartphone dabei haben?“
    Ich denke, wir sehen uns garantiert noch mal auf einem BarCamp oder anderswo! Dann können wir das Thema gerne auch noch einmal persönlich aufgreifen.
    Liebe Grüße, Kristine

  3. Danke euch, Michèle & Tanja! <3

  4. Schöner Text, dem ich übrigens zustimme. Nur die Tatsache, dass meine Session (hier im Bild, aber auch bei Twitter..) von Dir auf das Zitat einer Kulturwissenschaftlerin beschränkt wird, das ich während meines Vortrages erwähnt habe, halte ich für enttäuschend und unpassend. Wäre ich gegen das Web und soziale Kanäle, hätte ich wohl kaum so engagiert am BarCamp teilgenommen.

    Zur Erinnerung: In meiner Session ging es vordergründig um die Art WIE wir digital miteinander kommunizieren. Denn nicht jeder ist so emphatisch und intelligent wie Du. Ich habe z.B. auf die Kommentare unter Online-Artikeln und Shitstorms hingewiesen. Soll ich von Mobbing in Chat-Gruppen (z.B. zwischen Schülern) erzählen? Empathie ist grundsätzlich wichtig. Wenn man diese Notwendigkeit für ein angenehmes und faires Miteinander zum Thema macht, so ist das noch lange nicht mit dem Verteufeln sozialer Medien gleichzusetzen.

    In der Session saßen fast ausschließlich netzaffine Menschen. Viele von ihnen sprachen mich später an oder schickten mir E-Mails mit durchweg positivem Feedback. Insofern denke ich, dass ich mich nicht missverständlich ausgedrückt habe. Viele Grüße, Alexandra

  5. Kann ich so unterschreiben! Absolut auf den Punkt gebracht. So viele neue Kontakte – beruflich oder privat – sind über das Social Web entstanden. <3

  6. Ohhhhh <3 Schön geschrieben und beschrieben. Mir geht es ganz genau so mit Euch Lieben (#winkewinke Annette & Kristine) SMCBN, Barcamps und und und…
    Grüße Euch alle ganz lieb!

    Michèle

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